Anāhata – das Herzchakra

Anāhata – das Herzchakra

Anahata das Herzchakra

Anāhata – das Herzchakra
Farbe: Grün
Themen: Innere Balance (Grün markiert die Mitte zwischen den warmen und den kalten Farben). Liebe geben und annehmen.

Anāhata – Herzchakra Keypoints

  • weite Offenheit
  • Gleichgewicht und Balance, innen und aussen
  • Zentrierung, die innere Mitte finden
  • alle Kräfte sind ausgewogen
  • Liebe geben und empfangen
  • Selbstliebe, Nächstenliebe, Mitgefühl
  • gesunde Grenzen ziehen

Anāhata, das Herzchakra, ist unser persönlicher Balancepunkt, die innere Mitte. Im Regenbogen markiert die Sekundärfarbe Grün ebenfalls die Mitte des Farbspektrums, zwischen den warmen langwelligen Farben unten und den kalten kurzwelligen Farben oben.

Das Herzchakra ist für alle spirituellen und yogischen Techniken einer der wichtigsten Punkte, denn wenn wir seine Schattenseiten überwinden sind wir erfüllt von der tiefsten bedingungslosen Liebe, die jenseits von dem liegt, was wir uns vorstellen können. Von diesem Energiezentrum aus können wir Liebe empfangen und Liebe geben.

Das Wort anāhata bedeutet ‘weit, offen, geöffnet’ und wird anaahata gesprochen. Wird das zweite a kurz ausgesprochen, kehrt sich seine Bedeutung ins Gegenteil um, und es bedeutet ‘eng, verschlossen’. Hier zeigt sich wie wichtig eine korrekte Aussprache des Sanskrit ist.

Ein verschlossenes Herzchakra kann viele Probleme verursachen, manche sind offensichtlich, andere hingegen sind fein und subtil, was ihre Kraft unsere Entwicklung zu behindern allerdings nicht vermindert. Oft ist es das, was wir nicht sehen, das uns massiv und nachhaltig beeinflusst und sabotiert. Genauer gesagt, tun wir das ja selbst, auch wenn uns das nicht immer klar ist. Im Grün liegen Themen von Missgunst, die uns grün vor Neid werden lassen, und die allesamt einem Mangel an Liebe und Mitgefühl entspringen – einem Mangel an Mitgefühl, Verständnis und Liebe für andere, und vor allem aber für uns selbst.

om tare tuttare ture soha
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Ich verneige mich vor der Befreienden, der Mutter aller Siegreichen!
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Mantra der grünen Tara

Die acht größten Gefahren entspringen aus der Ignoranz (der Wahrheit), Anhaftung, Ärger, Stolz, Neid, Geiz, Zweifel und falschen Sichtweisen. Die Buddhisten finden Schutz und Befreiung von diesen acht Gefahren in der Praxis der grünen Tara. Die Mutter aller Siegreichen, sie hat die acht größten Gefahren besiegt und lehrt uns wie das geht.

In unserem Herzchakra können wir Mitgefühl entwickeln. Es ist aber ganz wichtig, diesen Begriff „Mitgefühl“ richtig zu verstehen. In der christlichen Basis unseres Landes kommt Mitgefühl gleich nach Barmherzigkeit und bedeutet oft alles wortlos einstecken zu müssen und alles mit sich machen zu lassen. Doch dieses Denken und Verhalten ist grundsätzlich falsch.

Liebe deinen nächsten wie dich selbst bedeutet zunächst „liebe dich selbst“. Und dann liebe andere aus dieser verinnerlichten Selbstliebe heraus. Wir sind keine Märtyrer, die sich selbst kaputt machen müssen um andere glücklich zu machen. Jeder Mensch ist selbst für sein Glück verantwortlich – das können und dürfen wir niemandem abnehmen. Und vor allem dürfen wir uns selbst nicht zu Fußabstreifern machen, nur um lieb und brav in den Himmel zu kommen.

Nächstenliebe beginnt bei uns selbst, denn wir sind uns selbst am nächsten. Mitgefühl ist vor allem eine innere Qualität, die uns hilft das Verhalten anderer Menschen zu tolerieren, auch wenn es uns manchmal sehr schwer fällt. Im Gelb des Solarplexus haben wir gelernt, dass Menschen aus ihren Prägungen und Überzeugungen heraus handeln. Das Grün enthält zu 50% Gelb, das bedeutet die gelben Themen sind auch im Grün von Bedeutung. Und hier bedeutet es zu wissen, dass andere Menschen aus ihren Konditionierungen handeln und meistens gar nicht anders können, da ihnen jegliche Selbstreflexion fehlt. Das Mitgefühl hilft uns diese Menschen trotzdem zu lieben, denn wir sind alle Teile der Menschheitsfamilie und des großen Ganzen im Blau, was die anderen 50% des Grün darstellt.

Im Mitgefühl zu bleiben bedeutet nicht, alles mitzumachen. Im Grün finden wir daher auch die gesunden Grenzen, die wir zu anderen ziehen. Es bedeutet zu verstehen, warum andere Menschen sind wie sie sind und sie dennoch zu lieben. Diese Form bedingungsloser Liebe finden wir im Rosa, das wiederum zur Komplementärfarbe des Grün, dem Rot gehört. Komplementärfarben liegen einander im Farbkreis gegenüber und können einander helfen oder Probleme schaffen. Im Vollton Rot finden wir Wut und Zorn als duales Gegenstück zur Liebe. Das Rosa lässt die Liebe frei von Bedingungen sein, und ist damit frei von Dualität.

Manchmal ist es einfacher sich die Menschen als Tiere vorzustellen, denn es ist so viel einfacher unsere Haustiere zu lieben. Wenn man seine Katze zum Tierarzt bringt und sie einen aus lauter Angst verletzt, also beißt und kratzt, würde man nie aufhören sie zu beschützen, zu beruhigen und zu lieben. Bei Kindern ist das genauso. Man könnte also meinen, dass das bei Menschen mit dem 18. Geburtstag aufhört. Ab dann wird verlangt, dass man als Erwachsener funktioniert und sich dem entsprechend verhält. Und genau das ist der Trugschluss. Erwachsene sind zwar geschäftsfähig, aber nicht frei von ihren Konditionierungen. Sie handeln aus den gleichen Instinkten heraus, wie die Katze beim Tierarzt. Wenn wir uns das vor Augen halten, fällt es uns leichter die Menschen zu lieben – oder vielleicht auch einfach nur nicht zu hassen. Nicht zu hassen ist immerhin ein Anfang.

Wer ein weit offenes Herzchakra hat, ist fähig alles was ist, alle Menschen gleichwertig zu lieben.

Zu den Chakras gibt es eine Reihe von Yogastunden und Workshopsonline und vor Ort.

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