namaste – die Bedeutung und richtige Verwendung

In der Sanskrit Sprache bedeutet namaste einfach nur „Geehrt (namas) seist Du (te)”. Du kannst das Wort bei jeder Gelegenheit benutzen, wenn du a) deine Verehrung ausdrücken willst und b) es in den Kontext passt.

Wenn ein Nicht-Inder namaste sagt (und man davon ausgeht, dass dies nicht in einem spöttischen oder abwertenden Ton geschieht) ist das nicht mehr kulturelle Aneignung als wenn ein Nicht-Latino „Hola Amigo” zu jemandem sagt, der die Bedeutung der zwei Worte nicht versteht. Ähnlich verhält es sich, wenn man namaste aus dem Kontext heraus nimmt.

Nun, es ist grammatikalisch inkorrekt auf Sanskrit namaste zu einer Gruppe zu sagen, weil das „te“ ein Sie im Singular ist und klein Plural (Englisch macht hier keinen Unterschied zwischen Singular und Plural, Deutsch hingegen schon). Aber man ist insofern aus dem Schneider, da Hindi einen solchen Unterschied nicht macht, und im Hindi bedeutet namaste einfach „Grüß Dich”. Das ist nicht so speziell oder spirituell wie „Geehrt seist Du”, aber es ist dennoch legitim.

Nicht zuletzt verwenden New Age Yoga Leute namaste im Sinne von: „das Göttliche in mir ehrt das Göttliche in dir”.  Diese Aussage geht von der Gleichsetzung zweier wahrer Fakten aus der Tradition aus: 1) namas wird stets verwendet um Götter/Gottheiten zu verehren, und 2) die tantrische Tradition lehrt, dass nur Gott selbst Gott verehren kann, also muss man um das Göttliche wahrhaft und akkurat zu verehren die eigene göttliche Identität verwirklichen – zumindest theoretisch, wenn nicht tatsächlich. (Beachte, dass das ausschließlich von der tantrischen Tradition gelehrt wird, die Aussage ist also implizit tantrisch).

Also bedeutet namaste nicht wörtlich „das Göttliche in mir ehrt das Göttliche in dir”, aber es ist keine total verrückte falsche Übertragung des Begriffs oder sowas ähnliches. Kitschig, aber nicht verrückt 😉

Von Christopher Wallis
Übersetzung: Daniela Meixner und Brigitte Heinz

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Daniela hat Christopher darüber hinaus folgende Frage gestellt:
Daniela: „Warum sehe ich namaste so oft mit einem é am Ende? Schreibt man es mit Accent?”
Christopher: „Ich bin mir nicht sicher wann das begonnen hat, jedenfalls ist es so nicht richtig”.

Hinweis: Wenn wir das Wort namaste aussprechen, wird das e am Ende lang gesprochen, also quasi „namastee“. Das ist wahrscheinlich der Grund für den Accent, der da aber in Sanskrit nicht hin gehört.