Das System der sieben Chakras

Das System der sieben Chakras wurde erstmals im 16. Jahrhundert von Pūrṇānanda Yati im Ṣaṭ-chakra-nirūpaṇa schriftlich festgehalten und 1918 ins Englische übersetzt. Chakras waren allerdings schon den alten Ägyptern bekannt. Sie nannten sie Räder, und diese Räder finden sich in zahlreichen Malereien wieder.

Die Chakras sind Energiepunkte im Körper, an denen sich Nervenstränge überlagern, bzw. sich auch die drei wichtigsten Nadis (Energiebahnen) überkreuzen. Die sieben Chakras liegen im zentralen Kanal in der Körpermitte. Die wichtigsten Nadis sind: Ida, Pingala und Sushumna. Ihre Energien steuern unser vegetatives Nervensystem.

Ida Nadi entspricht der Energie des Mondes, der linken Körperseite, dem weiblichen Prinzip, dem Parasympathikus, dem Ruhepol des vegetativen Nervensystems.

Pingala Nadi entspricht der Energie der Sonne, der rechten Körperseite, dem männlichen Prinzip, dem Sympathikus, dem aktiven Pol des vegetativen Nervensystems.

Und Sushumna Nadi bildet den zentralen Energiekanal in der Mitte des Körpers. Wenn sich die drei Energien in der Sushumna bündeln, steigt die Kundalini Energie auf.

Was ist die Kundalini? Das ist ein vielschichtiges eigenes Thema. Kurz gesagt ist sie eine besonders intensive Form der Lebenskraft, symbolisiert durch eine Schlange, die bei den meisten Menschen im Wurzelchakra schläft. Wenn sie aufwacht bewegt sie sich durch die Chakras nach oben, und konfrontiert uns mit allerhand lustigen Sachen… wenn wir unsere Psyche noch nicht aufgeräumt haben. Das geschieht aber erst an dem Punkt, wo man tiefer hineintaucht.

Das System der sieben Chakras, welches im heutigen Yoga und der Spiritualität weit verbreitet ist, ordnet den sieben Chakras jeweils eine Farbe und bestimmte psychische und physische Eigenschaften zu. Generell ist es aber wichtig zu wissen, dass es viele verschiedene Chakrasysteme gibt, die unterschiedliche Zwecke erfüllen und zu unterschiedlichen Übungen und Traditionen gehören.

Das System der sieben Chakras:

Mūlādhāra – das Wurzelchakra
Farbe: Rot
Themen: Unsere Wurzeln, Familie, die Blutsbande, Erdung, Leben in der materiellen Welt.

Svādhiṣṭhāna – das Sakralchakra
Farbe: Orange
Themen: Der physische Körper, rechte und linke Körperseite, männliche und weibliche innere Anteile und das Gleichgewicht zwischen diesen Anteilen. Den Körper als Tempel der Seele lieben.

Maṇipūra – der Solarplexus
Farben: Gelb und Gold
Themen: Das Ich. Wer ich bin, wie ich mich sehe und worüber ich mich definiere. Die Freiheit zu tun was man möchte und herauszufinden was das ist.

Anāhata – das Herzchakra
Farbe: Grün
Themen: Innere Balance (Grün markiert die Mitte zwischen den warmen und den kalten Farben). Liebe geben und annehmen.

Viśuddhi – das Halschakra
Farbe: Himmelsblau
Themen: Sprechen, Verstehen und Verstanden werden. Die richtigen Worte finden.

Ājñā – das dritte Auge
Farbe: Königsblau
Themen: Intuition. Fühlen. Inneres Wissen.

Sahasrāra – das Kronenchakra
Farbe: Violett
Themen: Unsere Verbindung mit dem Kosmos und mit allem was um uns ist. Das Geistige und das Physische als Einheit zusammenbringen (Violett enthält 50% Rot).

Zusammen bilden die Farben der sieben Chakren den Regenbogen, den Hue-Man (engl. hue = Farbton), den Farbenmensch oder Regenbogenmensch. Die seelischen Zustände, die mit den Chakras in Verbindung gebracht werden, sind vollkommen modern und westlich, da sie in den letzten 100 Jahren entstanden sind. Auch wenn sie nicht viele Jahrhunderte in die yogischen Traditionen zurück gehen, entsprechen sie den Herausforderungen unseres Lebens in der heutigen Welt und ihre Bedeutungen können sehr nützlich sein.

Einen sehr ausfühlichen Artikel über die Geschichte der Chakras findest du hier:
Die wahre Geschichte der Chakras (von C. Wallis)